Und siehe: Es war sehr, sehr geil! - Letzter Eintrag

Mittwoch, 10.09.2014

Wow, jetzt ist es schon fast drei Wochen her, dass ich wieder in Deutschland bin und... ja, ich habe mich ein wenig schwer getan. Auf einmal ist alles sauber, die ganze Landschaft grün (also so richtige Wälder und Wiesen), kaum Menschen und null Hektik (wenn ich nicht grade einen Termin gemäß deutscher Zeit einhalten muss). Leider fühlt sich das manchmal nach wenig Lebendigkeit an. Und da merke ich: Selbst die Rückreise in Indien war nochmal spannend...

Nachdem mich der Projektleiter von VGF mit seiner Familie nach Salem gebrahct hat, sitze ich im Zug zum Hauptbahnhof Chennai. Die Fahrt gestaltet sich hier noch recht ruhig. Das einzig Auffällige ist die Unmenge an Deckenventilatoren, die dem Waggon einen Hauch postapokalyptischen Raumgefühls geben. Aber klar, was hätte ich anderes erwarten sollen, schließlich hatte ich diesmal eine Zugfahrt ohne Klimaanlage gebucht. Trotzdem reicht die Masse der Propeller nicht, um das Schwüle aus dem Zug zu vertreiben. Ein letztes Mal heißt es: Sitzen und Schwitzen. Die Bahn kommt am späten Abend pünktlich (also eine halbe Stunde nach Plan) in der tamilischen Hauptstadt an. Eine letzte, übliche und dennoch aufregende Aufgabe auf indischem Boden: Ordnung im Chaos finden, konkret: einen Weg zum Airport.

               

Draußen auf den Straßen der dreckverliebten Metropole wartet schon wieder die Gefahr: Taxifahrer! Ich weiß: Unter 600 Rupien bringt mich keiner von denen zum Flug. Strategie: Augen zu und durch. Das schmeichelnde Geplapper überhören, notfalls umrempeln und schnell weiter. Rüber auf die andere Seite der Straße zum Busstand. Geschafft! Aber nach Auskunft der dort stehenden Menschen fährt in nächster Zeit kein Bus zum Flughafen. Plan B: Suche und vor allem finde die S-Bahn. Diese sollte noch eine Stunde fahren, dennoch fürchte ich die Haltestelle nicht rechtzeitig zu finden. Etwas ratlos in einer Seitengasse stehend, spricht mich auf einmal eine bärtige, verwahrlost aussehende Gestalt an „Where you want to go?“ (Wo möchtest du hin?) Ich nenne ihm den Namen der Haltestelle. Er zeigt mit dem Finger an das Ende der Gasse. Ziel erreicht! Er bittet mich um ein paar Rupien und es tut mir leid, dass ich meinem verarmten Retter in der Eile nicht mehr in die Hand geben kann. Schnell zum Bahnsteig, Fahhrkarte gekauft (5 Rupien! *Grins* :) und rein in den Zug. Meine letzten Momente in Indien. Ich lass die dunklen, oftmals verfallen Häuserschubladen vorüberziehen, während sich die S-Bahn durch die Nacht kriecht. Unglaubliches Indien... ich habe dich erlebt!

Der Rest läuft von alleine: Flughafen Chennai – Flughafen Frankfurt – Bahn und Auto ins Vogtland. Verstaubt (ja, Chennai hinterlässt seine Spuren...) aber wohlbehalten wieder... zuhause? Es fühlt sich die nächsten Tage verdammt komisch an. Ich empfinde es als nicht ganz so krass, wie den Kulturschock, den ich in Indien hatte. Aber irgendwie kann ich das Leben in Deutschland noch nicht ganz ernst nehmen.

Ja, ich gebe es zu: ich hatte vor allem in den ersten 2 Monaten und auch danach manchmal meine liebe Not mit Indien. Aber wie ich schon angedeutet habe: Es ist der helle Wahnsinn! Es ist so anders... Ich wäre dumm gestorben, wenn ich es nicht kennengelernt habe. Ich bin so dankbar, dass ich dieses Land und seine Menschen kennenlerne durfte. Sicher, ich kann es euch erzählen, aber ihr werdet es nicht fühlen können, wenn ihr nicht dort gewesen seid...

Ob ich nochmal nach Indien zurück möchte? Hm... keine schlechte Idee... aber... es gibt ja auch noch andere durchgeknallte Länder zu entdecken, oder? Gerade die letzten 5 Monate des Unterwegsseins haben mir gezeigt: Ich will mehr! Mehr sehen, riechen, schmecken, fühlen. Die Reise geht weiter. Offen bleibt nur: Wohin?

Time to say Goodbye - Letzte Tage in Danishpet

Montag, 18.08.2014

Kaum zu glauben... am 19. geht es per Bahn nach Chennai und von dort aus in der Nacht im Flieger nach Frankfurt a.M. Wow, 5 Monate gehen so schnell rum... Wie fing es noch einmal an? Ach ja: Ich sitze in einer Runde braunhäutiger Kinder, die mich gespannt anschauen. Der vorletzte Tag in Danishpet: Ich sitze in einer Runde braunhäutiger Kinder, die mich gespannt anschauen. Nein, kein Tippfehler. Die Situation ist von außen gesehen fast dieselbe. Aber das Innenleben hat sich verändert: Am ersten Tag bin ich völlig perplex, weiß nach 2 Tagen des Reisens und dem Eintreten ins indische "Paralleluniversum" nicht so recht wer ich bin und was ich hier mache. Und nun, am Ende des Aufenthalts... ist der "Abschiedskreis" einfach nur unwirklich, da ich nicht verstehe, dass die tolle Zeit hier endet, dass ich drei Tage später in Deutschland bin und die Kinder, Jugendlichen und Freunde, die ich kennelernen durfte, zunächst (!) nicht wiedersehen werde. Zum Trost gab es für die Schüler eine Kleinigkeit zum Abschied von meiner Seite und auch ich wurde vom Projektleiter Edwin mit einem blütenweisen Hemd, made in India, überrascht. Aber auch ohne selbiges: Indien und seine Menschen haben mir mehr gegeben, als ich je erwartet hätte.

Auch sonst sind die letzten Tage intensiv: Neben Unterricht in Englisch und Bibelwissen, steht viel Sport und Spiel auf dem Programm. Wer dabei Lehrer und wer Schüler ist, hängt witzigerweise von der Situation ab: Rückblickend habe ich zum Beispiel betreffs Volleyball mehr von den Schülern gelernt als diese von mir :) Neben diesen Aktivitäten, die zum Ausklingen des Indien-Abenteuers beitragen, fahre ich am 15. August mit Projektmitarbeiter Anbu in Richtung Dharmapuri zum geplanten Altenheim von VGF heraus. Hierbei sehen wir uns die Gebäude an und sprechen mit den Mitarbeitern vor Ort bevor es dann wieder zurückgeht.

Während der Fahrt beobachte ich die Landschaft um mich herum und bemerke mal wieder wie das Land mit teilweise (aber eben nicht immer, s. Foto) knallbunten Hindu-Tempeln gespickt ist.

Nicht das einzige, das ich in Deutschland so nicht finden und dennoch nicht vergessen werde... Liebes Indien, lieber Inder: Danke für die ebenfalls knallbunte Zeit mit euch!

Eine Zugfahrt, die ist lustig...

Mittwoch, 13.08.2014

Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass die zurückliegen die Zugfahrt von Pune nach Salem meine bis dato längste Non-Stop-Reise gerwesen ist. 24 Stunden am Stück! Grund genug darüber zu schreiben :) Leider ist der Zusammenhang kein so schöner. Denn mit der Zugfahrt nehme ich Abschied von meinen Freunden in Pune und so langsam aber sicher auch von Indien im Ganzen (am 20. geht schon der Flieger!).

Und wenn mir das Zurücklassen meiner Freunde in Maharashtra nicht so schon stinken würde, die Luft am Bahnhof tut es auf jeden Fall. Bei der Betrachtung der Bahngleise erschloss sich mir die Wurzel des Übels: "Häufchen", jip, "Menschen-Häufchen"! Doch woher? Die Lösung fand ich an den Toilettenschildern in den Waggons selbst. An der Klotür die Bitte: "Please don't use the toilet when train is at station (Bitte Toiletten nicht benutzen während der Zug im Bahnhof hält)." Die Wurzel des Übels also: Die Verbindung von real-existiernden Plumpsklos im Zug und Indern, die sich (mal wieder) nicht an Vorschriften halten...

Genug davon, denn die Fahrt selbst war sehr erfreulich. Der reservierte Liegeplatz im Schlafwagen war selbst für einen hochgewachsenen Europäer wie mich groß genug und bot so ausreichend Komfort zum Ausruhen und für einen erholsamen Schlaf. Echt klasse, da können weder Schlafbusse noch Flugzeuge mithalten ;) Auch das Essen war den Umständen entsprechend gut und günstig. Manchmal komme ich mir aber vor wie auf dem Basar. Erst rennt der Tee-Verkäufer durch den Zug und schreit "Chai! Chai! Coffee!" und zehn Sekunden später flitzt der nächste Händler durch und ruft aus: "Tomato soup! Tomato soup!". Aber nichts desto trotz: Die Fahrt mit der Bahn nach Salem mit Blick in die südindische Landschaft verläuft erholsam, ganz im Gegnsatz zur sich anschließenden Reise mit dem Bus. Denn dieser ist mal wieder so übervoll wie ein Student am Sonntagmorgen. Aber auch hier gelange ich über Umwege (einmal in den falschen Bus eingestiegen -.-) ans Ziel. Zurück in Danishpet. "Sweet Home South India!" ;)

Urlaub im Moloch - Mumbai im Monsun

Mittwoch, 06.08.2014

Kurz bevor ich mich aus Pune wieder Richtung Tamil Nadu abgesetzt habe, nahm ich mir ein verlängertes Wochenende, um Freunde im berühmt-berüchtigten Mumbai zu besuchen. Die Metropole bereitet mir ein feucht-fröhlichen Empfang: Ich steige aus dem Bus aus, der Monsun prasselt nieder und schon nach wenigen Metern stehe ich knietief im Wasser. Zum Glück ist so dunkel, dass ich nicht sehe, was um meine Knöchel schwimmt.

Im trockenen und sauberen Hotel angekommen mache ich mich starklar für den Abend. Ich treffe meinen Freund Alen und seine "Homies" zu einem unterhaltsamen Sit-In. Wir fassen den Plan: Am nächsten Tag geht es in den Club! Für mich seit 4 Monaten das erste Mal wieder Abhotten! Mumbai macht Träume wahr! Tatsache ... ich bin von dem Schuppen in Andra begeistert! Drinks, junge, moderne Menschen und Gute-Laune-Musik. Die Nacht zieht sich und nachdem meine Freunde auf der Heimfahrt Hunger bekommen, steigen wir in einem typisch indischen Open-Air-Restaurant (Rostiger Grill mit Planen-Dach nebst Wellblechhütte) ab. Zum Glück sagt mir niemand, dass das vermeintliche Rührei eigentlich Lamm-Hirn mit Gemüse ist :D Aber lecker!

Der letzte Tag meines Mumbai-Aufenthaltes startet gemäß der vorhergehenden Nacht spät. Aber ich will unbedingt noch zum Sightseeing in die Innenstadt! Problem: Wie umgehe ich den regelmäßig kollabiernden Straßenverkehr? Lösung: Metro plus Stadtzug. Trotz der immer wiedere herein- und herausstürmenden Menschen (erinnert eher an von Rinderwahn befallene Kuhherden...) verkrafte ich die Fahrt gut und komme ohne Problem im Zentrum an.

Dort sehe ich mir bei einer kurzen Stadtrundfahrt (ja, richtig touri-mäßig, ich weiß -.-) die Sehenswürdigkeiten Mumbais an (Chhatrapati Shivaji Terminus, Gate of India...) an, bevor es am frühen Abend ins Hotel und am nächsten Tag per Mitfahrgelelgenheit nach Pune zurückgeht.

 

Fazit über Mumbai: überlaufen, überflutet, überdreht! Nein, leben möchte ich hier nicht. Das chillige Pune ist mir da um einiges lieber. Aber für einen hangover-ähnlichen Wochenendtrip reicht der Moloch von Maharashtra allemal :D

Es sind die Kleinigkeiten...

Dienstag, 29.07.2014

Namaste alle zusammen. Hinter mir liegt eine sehr chillige und doch erlebnisreiche Zeit in Pune. Aufgefallen sind mir  Alltäglichkeiten, die das Leben so anders sein lassen als in Deutschland. Natürlich gab es mehr als genug Riesenüberraschungen, die ich nicht vergessen werde, aber, wie ihr sicher wisst: es sind die Kleinigkeiten...

Kinder

Turnen, kacken, betteln an jeder Straßenecke... aber ich kann nicht anders als sie gern haben :) Nicht nur, dass Indien voll von Menschen ist, für Nachschub ist offensichtlich gesorgt. Auf dem Land ist der Kinderreichtum meiner Ansicht nach noch größer. Nicht immer ganz einfach, wenn plötzlich 12 Kinder um dich herumstehen und ein Foto mit dir haben wollen....

Hunde

Sicher, schon in Deutschland  haben viele Menschen einen Hund, aber die Massen an Kötern hier toppt das Ganze um ein Vielfaches. Die meisten von ihnen streunen jedoch herrenlos auf der Strasse und werden oft berfahren. In der Regel haben die Hunde vor Menschen Angst und verhalten sich scheu, aber ich halte trotzdem Abstand zu den Viechern...

Kühe

Ein weiteres Klischee, das ich erfüllt sehe: Das glückliche Leben der Kuh. Zumindest laufen die Rinder ungestört durch die Strassen der Grossstädte und haben Vorrang gegenüber allen anderen Verkehrsteilnehmern. Mag sein, dass tiefreligiöse Hindus hier besondere Vorsicht walten lassen. Wenn ich mir aber vorstelle, was so ein Viech für Schaden anrichtet, wenn ich es über den Haufen fahre, würde auch ich, als bekennender "Beef-Eater", den wandelnden Fleischklöpsen die Vorfahrt lassen...

 

Tempel

Schießen offenbar wie Pilze aus dem Erdboden. Wenn ihr an Indien denkt, habt ihr sicherlich die riesigen Stufenbauten vor Augen. Aber ich finde es viel fasziniernder, dass offenbar jeder zweite Inder einen Mini-Tempel neben sein Haus gepflanzt hat. Bei der Vielzahl an Göttern und Menschen in dem Land macht das aber durchaus Sinn...

Autorikschas

Jip, was wäre Indien ohne seine allseits beliebten Riks! Ich liebe es von diesen Dingern durch die Gegend gekutscht zu werden. Logisch,  aufgrund ihrer geringen Grösse kommen sie besser durch den Stadt verkehr als die Autos, an denen sie sich links oder rechts vorbeischieben. Allerdings hat jeder Rikschafahrer seine individuellen  Charakterzüge: Der eine will "20 Rupees extra", der nächste fährt so gediegen, dass ich schon austeigen und schieben wollte und der Dritte legt sich sogar mit den gemeingefährlichen "Government Busses" an. Da hilft nur: Beten, Augen zu und durch XD

Bikes und Scooties

Noch besser als Autorikschas! Mit Motorrädern oder Scootern kommst du zwischen allen anderen Fahrzeugen prima durch...  auch wenn es hin und wieder  eng wird. Die perfekten Vehikel für den indischen Grossstadtverkehr! Kein Wunder, dass die meisten Inder ein Zweirad zur Fortbewegung nutzen. Tatsächlich, die Dinger sausen schwarmweise über die Betonplatten. Und wenn du selbst so ein Ding probiert hast, weißt du: Fahrspass inklusive :D

Billig, billig!

Ok, wenn ihr Mikroelektronik, Levis Jeans oder Scotch haben möchtet, zahlt ihr den gleichen Preis wie in Deutschland oder mehr. Aber der Rest ist unglaublich günstig! Beispiele: Eine köstliche warme Mahlzeit: 30 Rupien (ca. 40 Cent). Ein original Tommy-Hilfiger-Shirt: 250 Rupien (bissel mehr als 3 Euro). 50 km Busfahrt: 40 Rupien (50 Cent). Friseur-Termin: 60 Rupien (75 Cent). Also, sollte eure Rente nicht so toll ausfallen: Auf nach Indien! Merkwürdig ist, dass fast alle indischen Geschäfte Probleme haben Kleingeld rauszugeben. Es kommt vor, dass sie stattdessen aufrunden, also mehr Wechselgeld geben, oder die ausbleibenden Rupien in Bonbons (!?) zurückzahlen. Mach das mal in Deutschland :D

Indien ist... - Halbzeitbilanz

Montag, 30.06.2014

Es ist schon ein bisschen mehr als die Halbzeit gelaufen, aber irgendwan muss man ja Billanz ziehen ;) Und diese folgt unter den Schlagworten:

Indien ist...

Abenteuer!

Allein schon der indische Straßenverkehr verdeutlicht dies. Dass die indischen Fahrer bei allem Kuddel-Muddel die Übersicht behalten, nötigt mich zur Hochachtung. Aber auch das Essen, Fahrten in einem Schlafbus, indische Freunde oder das Fragen nach dem rechen Weg vedienen das Prädikat abenteuerlich: Man weiß nie, was am Ende passiert!

    

Vielfalt!

Egal ob Landschaften, Traditionen oder Menschen... die Unterschiede des Landes sind atemberaubend! In den Dörfern siehst du, wie Frauen im wallenden Sari selbst die Mittagshitze würdig durchschreiten, während dich in der Großstadt der Student, mit Shorts, T-Shirt und Sonnenbrille ausgestattet, ins nächste Cafe einlädt...

 Großartige Menschen!

Jip, bei manchen Zeitgenossen muss man aufpassen, dass man nicht beschissen wird! Aber wenn du den richtigen Leuten begegnest, helfen die dir, wo sie nur können. Auch wenn manche Standbesitzer verdrießlich dreinschauen, man wird nur selten auf eine Frage oder Bitte hin dumm angeguckt. Und wenn du indische Freunde hast... herzlichen Glückwunsch!

  

 

aber Indien ist auch...

anstrengend -.-

Ja, für mich gab es des öfteren Situationen, die mich schlicht und ergreifend überfordert haben. Der Lärm, die Hitze oder dass jeder zweite Inder dich fasziniert anstarrt... irgenwann ist es dir zuviel und du möchtest dich nur noch in dein Zimmer zurückziehen, Nutella löffeln und "West-Musik" hören.

Feierflaute

Sicherlich gibt es die Plätze, wo man entspannt abfeiern kann (in Goa war ich bisher nicht... ;), aber in den Orten und Städten, die ich besucht habe, war es unmöglich einfach mal "abtanzen" zu gehen. Z.B. in Bangalore schließen die Clubs um 23 Uhr (???) und in Pune kommst du nur als Paar, also Männlein und Weiblein, herein (???!!!), ohne gleich umgerechnet 40 Euro zu blechen.

Dreck

Ich bin kein Sauberkeitsfanatiker, aber der Müll, Schmutz und Gestank vor Ort toppt jede Studenten-WG. Wenn der Müll dann zu viel wird, fackelt man ihn ab. Der Duft: Aroma pur! Bei den Menschen variiert die Sauberkeit offensichtlich mit Bildungsgrad und Einkommen. So findet man einige unglückliche Exemplare auf der Straße, die man am liebsten abkärchern möchte.

 

Fazit:

Indien ist Schöne und Biest zugleich. Der helle Wahnsinn! Ehrlich, mein Lebtag will ich hier nicht verbringen (bin und bleibe wohl Europäer ;), aber genauso wenig möchte ich die Erlebnisse in diesem Land und mit seinen Menschen missen!

Good Morning, Tom-Annan! - Wieder in Danishpet

Dienstag, 24.06.2014

Im Juni verbrachte ich nach dem ganzen Reisen endlich mal wieder Zeit in Danishpet. Zum Glück war es diesmal nicht ganz so heiß, obwohl der Monsun auf sich warten lässt. Das Schuljahr begann von neuem und so setzte ich meinen Unterrichtseinheiten in Englisch sowie die Bibelgeschichten am Morgen fort. Am Nachmittag kommen die Kinder zum Spielen aufs VGF-Gelände.

Es hat sich einiges getan, seit ich in Pune gewesen bin. Es gibt nun ein Vogelgehege (für Tauben und Papageien) sowie einen kleinen Badminton-Platz, der vor allem von den jüngeren Kindern ausgiebig genutzt wird. Mit den Jugendlichen haben wir am Abend Volleyball oder Fußball gespielt. Jip, so ganz geht das WM-Fieber auch an Indien nicht vorbei ;)

Bei all dem, was die Kinder draußen machen, kommt auch das ein oder andere Wehwehchen vor, das behandelt werden möchte. Manchmal fühle ich mich wie Mutter Theresa, wenn einer der Kleinen wieder mal ein Pflaster braucht :)Als ich Danishpet vor kurzem zum Reisen wieder verlassen habe, war ich ein wenig traurig und vermisse nun die Kids ab und zu... Aber Kopf hoch: im August gibt es ein Wiedersehen!

 

Straight to the top - Trekking zum Fort Sinhagad

Montag, 16.06.2014

Nahe Pune befindet sich die Festung von Sinhagad. Von dem Berg, auf dem sie sich befindet kann man immer schon heute sehen, wer morgen zu Besuch kommt, sehr bequem also fuer den, der die Festung grad innehat (mal waren das die Marathen, mal die Mohammedaner...). Egal ob Angreifer oder Besucher: Zur Festung muss man erstmal rauf! Damit wir nicht schon vor dem Gipfel in der Sonne fritiert werden, beginnt der Aufstieg unserer Gruppe (ich, Hadi aus dem Iran und Uncle Augustin aus Suedindien) um 6.30 Uhr (jip, die Schlafdauer in der Nacht war etwas verkuerzt...).

Was frueher mal eine altertuemliche Strasse war, ist heute eher eine unwegsame Rampe, die eine des oefteren zum Klettern und Kriechen noetigt. Aber als es dann geschafft ist, betrachten wir staunend die Tore, Vorratshaeser und Stallungen (oder was noch uebrig ist). Anstatt weiterhin grosse Worte ueber den Eindruck  der Festung zu verlieren, lasse ich die Bilder sprechen.

 

Auf dem Gipfel gibt es dann noch Fruehstueck, bevor es wieder nach unten geht. Fazit: Wenn ich eine Marathe gewesen waere, hatte Ich keine Lust gehabt das Ding zu erobern ;)

In Love... with a City! Aufenthalt in Pune

Samstag, 07.06.2014

Mitte Mai hat es mich in die zweitgrößte Stadt Maharashtas, Pune, verschlagen. Sicherlich könnt ihr euch vorstellen, dass ich nach einer Busfahrt durch halb Indien und durch die Nacht ein bisschen hinüber war. Nachdem mich meine Gastgeber morgens um 5 eingesackt und mir den nötigen Vormittagsschlaf gegönnt hatten, konnte ich kaum glauben, dass ich nicht mehr träume. Das Mittagessen in einem iranischem Restaurant und es gibt das erste Mal seit 2 Monaten... Rindfleisch! Geschmacksorgasmus pur! Auch der erste Eindruck meiner Gastgeber verdutzt mich etwas: Keiner hat einen Schnauzbart, sie tragen moderne T-Shirts und kurze Hosen. Tatsächlich bestätigt sich: Ich habe es hier mit weltoffenen Indern meines Alters zu tun! Wahnsinn! Die Konsequenz: Die nächsten Tage und Wochen sind endgeil. Zum einen erlebe ich mit denen jeden Tag etwas neues (Kino, Shopping-Malls, Rock-Konzerte...) und finde Menschen mit denen ich mich über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens unterhalten kann.

Zum anderen ist die Gemeinde, der sie angehören traumhaft: Gottesdienst mit anschaulichen Botschaften und ner Menge Lobpreis sowie Hauskreis und gemeinsame (ganz weltliche :) Unternehmungen in der Woche. Wow!

Dennoch bleibt der alltägliche Wahnsinn Indiens bestehen:

  1. Ich habe aufgehört die „Ich-hätte-tot-sein-Können-Sitautionen“ im Straßenverkehr zu zählen (macht irgendwann keinen Sinn mehr...)
  2. Die Hygine-Standards erinnern mich eher an das europäische Mittelalter, etwa wenn Dreijährige Nackedeis auf den Fußweg scheißen... oder auf so was ähnlichem, also auf die Staubpiste neben der anderen Staubpiste, die man hier Hauptstraße nennt...
  3. Egal ob es Bettler sind, die dich immer an der selben Straßenkreuzung am Arm zupfen oder der zwanzigste Rikschafahrer, der 30 Rupies extra verlangt... irgendwann möchtest du dich nur noch braun anmalen. Dann bist du nämlich nicht das reiche, weiße Rindvieh, dass sie unentwegt melken können :)

Aber die Kombination von Freiheit einer Großsstadt mit guten Freunden lässt diese Dinge eher witzig statt ärgerlich erscheinen. Und so freue ich mich schon auf ein weitere Wiedersehen mit dieser großartigen Stadt und seine Bewohnern. Bis bald... 

Assam, Teil 2 - Jetzt wird geheiratet!

Dienstag, 27.05.2014

Kommen wir zum Headliner unserer Assam-Erlebnisse: der Hochzeit. Angesetzt auf 10.30 Uhr startete der Gottesdienst zur Trauung pünktlich - gemäß Indian Standard Time - um 11.43 Uhr. Zum Schmunzeln brachte der Prediger das  Publikum, indem er dem Bräutigam einschärfte, wie angewiesen er auf seine Braut ist  bzw. sein wird und er sich deshalb um sie bemühen muss. Der von allen Beteiligten liebevoll gestaltete Gottesdienst endete mit dem Auszug das Brautpaares aus der Kirche, der von den Frauen des Dorfes mit Reigen und Tanz begleitet wurde.

  

Mein Versuch das bunte Treiben zu umgehen scheiterte kläglich: Die Damen nahmen mich sogleich an die Hand und ich schwang wieder das Tanzbein, sehr zur Belustigung meiner selbst und der umstehenden Hochzeitsgäste. Danach ging es erstmal zum Hemdenwechsel.

Nach dem Mittagessen durfte das Brautpaar im eigens hergerichteten Pavillon Glückwünsche und Geschenke empfangen. Hierbei stand auch das Fotoshooting auf dem Programm, bei dem sich die Gäste mit den beiden Stars des Tages verewigen ließen. Die Geschenke aller deutschen Freunde aus Rogers Hermannsburger Zeit übergaben wir am Abend, darunter eine in Holz gearbeitete Krippenszene, die Maik aus Jerusalem mitgebracht hatte und die Blicke der Anwesenden auf sich zog.

  

Der weitere Abend gestaltete sich mit gutem Essen, Unterhaltung, Tanz und Musik weitgehend fröhlich. Weitgehend... Nachdem mich einer der jungen Männer in einen "Lapdance" eindband und seine Beine um meine wand, ließ ich es mit dem Tanzen erst einmal sein.  Dennoch war die Hochzeit ein - im Positiven -  besonderes Erlebnis. Wahrscheinlich lernt man selten so viele Menschen so unterschiedlicher Herkunft an einem Ort kennen und schätzen. Für die Zukunft wünsche ich (und sicherlich viele andere) dem Brautpaar alles Gute und Gottes Segen, für die schönen wie auch für die schweren Zeiten einer Ehe.


Der Tag nach der Hochzeit wurde von allen Beteiligten zum Ausruhen genutzt, was nach der Aufregung der vorangegangenen Tage vor allem Roger und seiner Ranu sichtlich gut tat. Den letzten Tag unseres Aufenthalts nutzten wir zur Besichtigung des Kizirangha Nationalparks. Die Jeep-Tour durch den Dschungel führte uns nahe an die Giganten der Tierwelt heran. Aus nur wenigen Metern Entfernung beobachteten - sozusagen Auge in Auge - Echsen, Elefanten und Nashörner. Die von einigen unserer Gruppe erhoffte Tigerattacke blieb leider (?) aus.

Der Schmerz des Abschieds prägte den darauf folgenden Morgen. Nachdem wir uns von den anderen ebenfalls aufbrechenden Hochzeitsgästen und einem Großteil von Rogers Famile verabschiedet hatten, wurden wir zum Ausgangspunkt unseres Assam-Abenteuers nach Guwahati gebracht. Am Flughafen teilte sich dann auch die Ex-Hermannsburger auf. Wir verabschiedeten uns von Roger, bevor Maik und ich als erste zum Check-In - er für den Flug nach Jerusalem, ich nach Tamil Nadu - aufmachten.

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